Zukunftsplanungen für und in St. Nikolaus

Unser großes Vorhaben in Orsoy…
Seit langem schon ist die St.-Nikolaus-Kirche in einem schlechten Zustand. Dies ist sichtbar und schon vor Jahren wurden Kostenschätzungen angestellt, St. Nikolaus zu renovieren. Das Ergebnis dieser Untersuchungen ist auf jeden Fall ein Millionenbetrag.
Im Zuge dieser Überlegungen wurde der Hochaltar aus der St.-Nikolaus-Kirche heraus genommen und restauriert, danach aber nicht wieder in St. Nikolaus, sondern in der evangelischen Kirche aufgestellt. Dies wurde möglich, weil das ökumenische Verhältnis der beiden Gemeinden zueinander ausgesprochen gut ist.
Von daher wurde schon vom alten Pfarreirat und dem Gemeindeausschuss mit meinem Vorgänger, Pfarrer Wolfgang Schmitz, überlegt, ob ein dauerhaftes Zusammengehen der beiden Gemeinden in gemeinsamen Gebäuden (Kirche und evtl. auch Pfarrheim) nicht sinnvoller sei, als eine millionenteure Renovierung von St. Nikolaus.
Im Jahr 2017 haben wir den Faden erneut in die Hand genommen, diesen dann 2018 fester gesponnen und mit Pfarrer Klein von der evangelischen Gemeinde, mit Weihbischof Lohmann, mit der Bau- und der Finanzverwaltung im Generalvikariat in Münster besprochen, haben in Orsoy ein Gespräch mit der Liegenschaftsabteilung des Generalvikariates geführt und den Bischof mit „ins Boot geholt“. Bei allen noch zu lösenden Problemen wurde im Grunde überall gesehen, dass Orsoy ein idealer Ort ist, um ein solches Projekt
 „Zwei Gemeinden, eine Kirche“
auszuprobieren und dafür auch finanzielle und planerische Ressourcen bereit zu stellen.
Am 11. März erhielten wir nun die Planungsfreigabe aus dem Generalvikariat. Darüber sind wir sehr froh – auch wenn wir wissen, dass auch dieses Projekt nicht allen Gemeindemitgliedern gefallen wird, da es doch auch mit Einschnitten verbunden ist und natürlich viele Gemeindemitglieder mit der „alten“ St.-Nikolaus-Kirche viele gute Erinnerungen verbinden.
Das Projekt geht nun aber noch deutlich weiter und bezieht auch das Pfarrheim mit ein. Dies bedeutet für die katholische Gemeinde St. Nikolaus im Einzelnen:
- Wir gehen dauerhaft mit der evangelischen Gemeinde eine Partnerschaft ein, bei der ein wesentlicher Teil der katholischen Gottesdienste in der evangelischen Kirche gefeiert wird. Dazu sind viele Fragen mit der evangelischen Gemeinde zu klären und ein dauerhaftes vertragliches Verhältnis ist zu begründen.
- Wir geben die St.-Nikolaus-Kirche als Gottesdienstraum auf. Die Kirche wird profaniert.
- Wir geben auch das alte Zollhaus als Pfarrheim auf, das in seiner Größe und seinem Bauzustand problematisch ist und planen stattdessen ein neues Pfarrheim. Dieses wird entweder als Neubau auf der Wiese zwischen evangelischer und katholischer Kirche errichtet oder wird als „Bau im Bau“ in der Nikolaus-Kirche gebaut, deren äußere Hülle dafür allerdings saniert werden muss. Geprüft werden soll, ob in die Nikolauskirche zusätzlich auch noch Wohnraum in mehreren oberen Geschossen über dem zu errichtenden Pfarrheimeingebaut werden kann.
Diese letzte Überlegung ist wichtig, denn letztlich hat keiner ein Interesse an einer „vergammelnden“ alten Nikolauskirche. Und selbst wenn wir wollten: abreißen können wir sie nicht, denn sie steht unter Denkmalschutz. So werden wir durch einen Fachplaner eine Machbarkeitsstudie entwickeln lassen, zudem die Gespräche mit der evangelischen Kirche intensivieren, um dann in vielen kleinen und großen Schritten unserer gemeinsamen Verantwortung für die Christinnen und Christen in Orsoy gerecht zu werden versuchen.
Natürlich ist das alles noch etwas Zukunftsmusik und muss sicher auch erst einmal sacken, stecken darin doch gleich mehrere Abschiede und Veränderungen. Aber so nah wie heute waren wir einem solchen Weg noch nie und es wäre sicher nicht das schlechteste Zeichen, wenn Orsoy ein Modell in unserem Bistum und in der evangelischen Landeskirche werden würde, das weit über uns hinausstrahlt.
Ihnen allen herzliche Grüße in der Fastenzeit
Ihr Pastor Martin Ahls    16. März 2019