Stellungnahme von Pfarreirat, Kirchenvorstand und Seelsorgeteam zum Missbrauchsgutachten

Sexueller Missbrauch in der Kirche

Stellungnahme des Pfarreirates, des Kirchenvorstandes und des Pastoralteams St. Peter Rheinberg

 

Angesichts des aktuellen  Missbrauchsgutachtens wollen wir – als Pfarreirat, als Kirchenvorstand und als Pastoralteam - unser Entsetzen, aber auch unser Verantwortungsbewusstsein zum Ausdruck bringen. Wir verbinden uns mit all den anderen in unserer Kirche, die in ähnlicher Weise Stellung beziehen.

 

Wir sind entsetzt und wütend,

dass die Verantwortlichen in den Bistümern selbst nach Jahren keine konsequente Aufarbeitung der Missstände betreiben. Immer noch fehlen Begegnungen mit den Betroffenen, das Aushalten ihrer Vorwürfe und ein beherztes Handeln. Es bleibt bei der ständigen Wiederholung von Entschuldigungsversuchen, persönliche Verantwortung sowie Konsequenzen werden nicht übernommen. Noch hat das Interesse am Erhalt der Institution Vorrang vor der Aufmerksamkeit für das individuelle Leid und die Bedürfnisse der Opfer. Nachhaltige strukturelle Reformen werden hinausgezögert.

 

Wir sind bestürzt,

weil wir als Teil der Institution Kirche mitverantwortlich sind. Viele Menschen haben durch Taten von Priestern und Kirchenmitarbeitern und -mitarbeiterinnen unsägliches Leid erfahren. Wir können verstehen, dass Menschen an der Kirche zweifeln und ihr den Rücken kehren. Wir bedauern sehr, dass auch alle rechtschaffenen Christen und Christinnen mit in eine Krise gezogen sind, die die Kirche ohne Hilfe von außen nicht bewältigen wird.

 

Wir wollen uns einsetzen

für eine Kirche, die nicht durch die Sorge um sich selbst gelähmt ist. Mit zahlreichen Initiativen verbindet uns die Hoffnung, dass auch unser Handeln vor Ort einen Unterschied macht. Deshalb ermutigen wir ausdrücklich unseren Bischof Dr. Felix Genn, konsequent zur Aufklärung in unserem Bistum beizutragen und für eine angemessene Entschädigung der Opfer zu sorgen.

 

Wir sind mit der Hoffnung unterwegs, dass es einen Gott gibt, der mit uns auf dem Weg ist, in welcher Lebenssituation jeder Einzelne und jede Einzelne gerade auch steht. Noch konsequenter als bisher wollen wir unsere Pfarrei zu einem Ort für Alle machen.

 

Daher wollen wir:

  • Uns auf die Seite der Betroffenen stellen und uns einmischen, wenn wir Missstände in unseren eigenen Reihen, in Kirche und Gesellschaft entdecken.
  • Mit den Menschen in Rheinberg im Gespräch bleiben und unser Gemeindeleben an ihren Bedürfnissen orientieren.
  • Ein Schutzkonzept gegen Missbrauch entwickeln und umsetzen.

 

Rheinberg, Juni 2022

(Diese Stellungnahme liegt auch in unseren Kirchen zur Mitnahme bereit)