Messfeiern in unserer Pfarrei - Informationen und Gedanken von Pfarrer Martin Ahls

Liebe Schwestern und Brüder,

Ihnen allen einen ganz herzlichen Gruß in dieser bewegten und irgendwie auch ver-rückten Zeit.

Seit einigen Wochen ist das öffentliche Leben fast zum Erliegen gekommen – auch wenn inzwischen einige Dinge wieder gelockert wurden. Ob das wirklich gut ist, habe ich nicht zu beurteilen, hoffen wir gemeinsam, dass es keine neue zweite Welle gibt. Zu den Lockerungen gehört auch, das wir jetzt wieder zusammen Gottesdienst feiern „dürfen“. Das ist eine gute und eine schlechte Nachricht zugleich.

Sie ist „gut“, weil der gemeinsame Gottesdienst für uns Christinnen und Christen wichtig und zentral ist und weil uns die letzten Wochen gezeigt haben, dass vielen Menschen (aber beileibe nicht allen) der Gottesdienst der Gemeinde fehlt.

Sie ist „schlecht“, weil wir einander dabei (gewollt oder ungewollt) nahe kommen und wir Risiken eingehen, das Corona-Virus weiter zu verteilen und wir noch mehr der Gefahr unterliegen, diese Pandemie als „ist nicht so schlimm“ einzuschätzen und zu verharmlosen.

Dieser Gefahr müssen wir uns bewusst sein. Es kann und darf nicht sein, dass ausgerechnet unsere Gottesdienste zu Orten werden, an denen sich dieses gefährliche Virus verbreitet. So sehr wir also eingeladen sind, zum Gottesdienst zu kommen, so sehr gilt eben auch, dass alle bitte zu Hause bleiben, die vorerkrankt, mit Symptomen belastet sind oder zu den Risikogruppen gehören. Wer weiterhin zuhause bleibt, entscheidet im Sinne des gesundheitlichen Schutzes aller.

In diesem Dilemma stecken wir und suchen nach den richtigen Wegen und Entscheidungen. Auch innerhalb unseres Bistums gibt es keine einheitliche Linie, es ist ein Suchen und Ausprobieren. Wir in der Pfarrei St. Peter wollen – bei allen Einschränkungen – den Weg zum gemeinschaftlichen Gottesdienst öffnen, auch wenn uns diese Entscheidung nicht leicht fällt und viele Fragen offen bleiben.

Einiges ist uns dabei schon „abgenommen“ worden. So ist z.B. klar, dass zu Gottesdiensten die sogenannten Abstandsregeln einzuhalten sind und deshalb nur eine begrenzte Anzahl von Gläubigen teilnehmen dürfen. 1,50 Meter Abstand in alle Richtungen, in den Kirchenbänken, aber auch mit den Wegen in der Kirche, das schränkt schon sehr ein und das werden wir auch spüren, weil wir trotz gottesdienstlicher Gemeinschaft auch sehr vereinzelt in den Kirchen sein werden.

In Zahlen ausgedrückt bedeutet dies:

St. Peter: 54

St. Anna: 45

St. Evermarus: 37

St. Mariä Himmelfahrt: 32

St. Marien: 25

St. Nikolaus: 35

Diese Zahlen sind auf dem Hintergrund der größtmöglichen Sicherheit berechnet worden. Wir halten da lieber etwas zuviel Abstand als zu wenig. An diesen Zahlen darf vor Ort auch nicht herumdiskutiert werden. Das bedeutet dann leider auch: „wenn voll dann voll“ – auch wenn gefühlt noch jede Menge Platz in der Kirche ist.

Wir stehen also vor der Frage, wie man das gesteuert bekommt, denn unser aller Ansinnen ist es, dass niemand weggeschickt werden muss. Deshalb ist es für die Messfeiern am Samstag-Abend (Orsoy und Ossenberg) und für die Messfeiern am Sonntag notwendig, sich zuvor im Pfarrbüro anzumelden (Tel. 02843-2238). Zu den Bürozeiten können Sie sich bis Freitag-Vormittag anmelden. Bitte kommen Sie nicht ohne Anmeldung am Samstag oder Sonntag zum Gottesdienst.

Wenn Sie zum Gottesdienst kommen, so wird dort einiges anders sein als gewohnt. Hinten in der Kirche steht ein Spender für Desinfektionsmittel bereit. Nutzen Sie diesen. Die Ordner werden Sie auf der „Anmeldeliste“ abhaken und Ihnen helfen, einen Sitzplatz zu finden. Das hört sich vielleicht verrückt an, ist aber dennoch wichtig, da die Abstandsregeln auch in der Kirche einzuhalten sind und nicht einfach jeder sitzen kann wo er will. Regelungen für Ehepaare und Familien sind ebenfalls zu berücksichtigen. Hier gilt also, dass liebgewordene Stammplätze in dieser außergewöhnlichen Situation nicht zählen können. Plätze werden grundsätzlich von vorne nach hinten belegt. In unseren Gottesdiensten besteht zwar keine Maskenpflicht, wir bitten Sie aber eindringlich: Kommen Sie mit Maske, behalten Sie diese auf bis Sie an Ihrem Platz sind. Setzen Sie die Maske beim Verlassen der Kirche wieder auf.

Der Gottesdienst wird im Vergleich zu Gottesdiensten „vor“ der Corona-Krise kurz und auch karg sein. Wir müssen auf den Gemeindegesang verzichten, Musik von der Orgel und Gesang des Kantors oder der Kantorin wird es aber geben. Die Prediger sind gehalten, die Predigt kurz ausfallen zu lassen.

Die Heilige Kommunion ist für uns zentraler Bestandteil der Messfeier. Darüber sind wir froh. Gleichzeitig ist die Spendung der Heiligen Kommunion im Blick auf die Hygienemaßnahmen ein Schwachpunkt, denn nirgendwo kommen wir uns in der Messfeier so nahe. Deshalb empfehlen wir, die Heilige Kommunion geistig zu empfangen und den Empfang der Kommunion des Priesters auch als eigene Kommunion innerlich zu betrachten. Wenn Sie aber selbst kommunizieren möchten, so ist dies möglich. Dazu folgende Hinweise:

  • Kommen Sie bitte mit Maske nach vorne. Setzen Sie diese erst vor dem Empfang der Kommunion ab.
  • In den Kirchen wird die Kommunion in einer bzw. mehreren „Schlangen“ ausgeteilt, in Budberg wird die Kommunion an den Plätzen ausgeteilt. Vor der Messfeier wird das in jeder Kirche jeweils genau erklärt. Die Kommunionausteilsysteme verändern sich dadurch. Die Mundkommunion ist grundsätzlich nicht möglich! Halten Sie Abstand!
  • Wenn der Priester die Kommunion empfängt, so spricht er deutlich „Der Leib Christi“, worauf die ganze Gemeinde „Amen“ antwortet. Bei der Austeilung an die Gemeinde entfällt die gewohnte Formel. Die Kommunion wird schweigend ausgeteilt.

Beim Verlassen der Kirche gilt, dass die hinten Sitzenden die Kirche zuerst verlassen, die vorne Sitzenden gehen bitte zuletzt. Und dann gehen Sie bitte auch nach Hause. Am Ausgang der Kirche wird ein Kollektenkörbchen stehen, die sonst übliche Kollekte „durch die Bänke“ findet nicht statt. Das schöne und von vielen geliebte Schwätzchen vor der Kirche muss entfallen.

 

Liebe Schwestern und Brüder, allein dies so zu Papier zu bringen, ist nicht einfach, weil es aufzeigt, wie sehr es „anders ist als vorher“. Das Virus ist nicht besiegt und unser Privileg, miteinander Gottesdienst zu feiern, ist immer auch gefährdet und gefährlich. Und trotzdem dürfen wir auf Gottes Liebe und Größe vertrauen, der uns immer wieder zu sich einlädt.

Ihnen allen alles Gute und Gottes Segen.

Martin Ahls, Pfarrer