Einlegen der Hostien auch bei den Messfeiern am Sonntag

Bild: Peter Weidemann In: Pfarrbriefservice.de

Seit über einem Jahr ist es in unseren Kirchen üblich, dass bereits werktags die Hostien am Eingang der Kirche von den Gläubigen in eine Hostienschale eingelegt werden und nur so viele Hostien "gewandelt" (konsekriert) werden, wie auch für den jeweiligen Gottesdienst benötigt werden. Diese Regelung übertragen wir ab dem 1. September auch auf die Sonntagsmessen (incl. der Vorabendmessen in Ossenberg und Orsoy). In Budberg gibt es keine Änderung, denn dort wird das bereits seit längerem auch sonntags so gehandhabt.

 

Warum machen wir das? 

- Der Gang zur Kommunion hat damit zu tun, dass wir uns für etwas entscheiden, ganz bewusst. Ich gehe nicht zur Kommunion, weil es alle tun. Ich gehe zur Kommunion, weil ich es möchte - und weil Gott sich selbst mir angeboten hat. Das heißt aber nicht, dass ich zur Kommunion gehen muss. Vielleicht gibt es ja auch Tage und Situationen in meinem Leben, wo ich es einfach nicht kann oder nicht will... - diese Entscheidung treffe ich ganz persönlich und mache dies bereits am Eingang der Kirche deutlich. 

- "Es sind doch immer genug Hostien im Tabernakel". Ja, das stimmt. Und diese Hostien sind zunächst einmal dort aufbewahrt für die Kranken und Sterbenden, denen die Kommunion gebracht wird und die "große Hostie" für die Anbetung mit der Hostie in der Monstranz. Der Tabernakel war nie zur "Vorratshaltung" bestimmt. Gottesdienst lebt aus dem aktuellen Geschehen, nicht vom Vorbereiteten, Aufbewahrten. Deshalb ist Gottesdienst auch immer "live", wird keine Musik von der CD eingespielt, kommt die Predigt nicht per Video.

- In der alten Kirche war der sogenannte Gabengang sehr wichtig. Die Gläubigen brachten die Gaben für die Messfeier und auch die Kollekte zum Altar. Des ist noch etwas im Dienst der Messdiener und der Kollektanten erhalten. Durch das Einlegen der Hostien und das Tragen der Schalen zum Altar wird dieses uralte Zeichen ein Stück wieder belebt.

 

Wie geht das konkret?

- Am Eingang der Kirche steht ein Tisch mit zwei Schalen und einer entsprechenden Zange. Legen Sie - sofern Sie kommunizieren wollen - eine Hostie von der einen Schale in die andere Schale - und helfen Sie sich dabei auch gegenseitig, wenn es vielleicht dem einen oder der anderen schwer fällt.

- Wenn Sie es vergessen haben und doch zur Kommunion gehen wollen, so ist auch das kein Problem: wir legen immer einige Hostien mehr ein als voraussichtlich benötigt werden.

 

Natürlich gibt es immer Gemeindemitglieder die dagegen sind. Klar, jede Änderung und vermeintliche Neuerung ruft erst einmal solche Haltungen hervor, mal mehr mal weniger. Und dann kommen Argumente wie "das hatten wir noch nie" oder "das ist unhygienisch". Mit dem "das hatten wir noch nie" bewegen wir uns eh auf sehr dünnem Eis, denn es war Jahrhunderte üblich, dass überhaupt keine Kommunion der Gemeindemitglieder stattfand (außer Ostern) und ganz früher, in der alten Kirche, gab es natürlich keinen Tabernakel... - und was die Hygiene anbelangt, weil die Hostie berührt wird (mit einer Zange!) so ist jede Berührung durch den Priester oder Kommunonhelfer und jeder noch so winzige Tropfen Speichel bei der Mundkommunion oder jedes Niesen sicher unhygienischer als das Einlegen einer Hostie mit einer Zange.

Wenn es darum geht, dann müssten wir uns tatsächlich vor dem Austeilen der Heiligen Kommunion Einweghandschuhe anziehen und die Hostien in Folie einschweißen und dürften uns den Friedensgruß in der Messe nicht mehr geben (was zugegebenermaßen auch Menschen aus angeblichen hygienischen Gründen auch nicht tun).

 

Lassen Sie sich mit drauf ein, dass sich etwas ändert, das auch unsere Liturgie in einem kleinen Stück bereichert.